Lesenswertes
Social Media in der Arztpraxis
Wird in Ihrer Praxis auch nur noch von Fans und Followern gesprochen? Oder stehen Sie diesem Trend eher skeptisch gegenüber?
Social Media in der Arztpraxis wird in letzter Zeit immer häufiger propagiert. Oft mit dem Hinweis, dass es eher ein finanzieller Verlust sei nicht "drin", als ein finanzieller Aufwand "drin" zu sein. Frei nach dem Motto: Wer nicht drin ist, hat schon verloren.
Natürlich wirkt es verlockend kostenlos werben zu können, noch dazu mit einem vermeintlich geringen Aufwand. Doch abseits von datenschutzrechtlichen Bedenken funktioniert Social Media anders.
Eine Fanseite bei Facebook einzurichten, ist kein zeitlicher Aufwand. Diese zu pflegen schon. Interaktion ist das Stichwort. Dabei sein ist gerade nicht alles, es gehört mehr dazu. Wichtig ist zum einen die regelmäßige Interaktion mit den Fans und zum anderen die Auswahl der rechtlich einwandfreien Informationen.
Idealerweise erklären sich ein oder zwei Mitarbeiterinnen dazu bereit die sozialen Netzwerke zu betreuen. Planen Sie dazu mindestens drei Stunden die Woche ein, verteilt auf mindestens jeden zweiten Tag, z.B. immer Montags, Mittwochs und Freitags je eine Stunde. Das erscheint Ihnen nicht machbar?
Soziale Netzwerke kosten zwar kein Geld, aber Zeit. Diese Zeit investieren Sie und Ihr Team entweder selbst oder Sie engagieren eine externe Person, die die sozialen Netzwerke für Ihre Praxis betreut. In größeren Unternehmen nennt man diese Person meist Social Media Manager.
Doch auch damit ist es nicht getan. Wollen Sie in die sozialen Netzwerke einsteigen, ist eine Strategie unabdingbar. Diese sollte regelmäßig mit dem Team und, falls vorhanden, dem externen Berater abgestimmt werden. Ideal wäre eine gesamte Strategie, die alle Medien umfasst und dann individuell auf die einzelnen Kanäle abgestimmt wird.
Das hört sich nach Arbeit an?
Aber ja! Das Internet entwickelt sich immer weiter und das in einem rasanten Tempo, dem viele nur noch kopfschüttelnd zuschauen. Ebenso wie es Herz-, Lungen und Nierenspezialisten gibt, so gibt es auch Spezialisten für Social Media, Online Marketing und Suchmaschinenoptimierung. Das Internet hat längst so viele Spezialgebiete hervorgebracht, dass kein Laie mehr dazu in der Lage ist alles zu überblicken. Selbst Profis können manche Gebiete nur oberflächlich bearbeiten.
Sollten Sie jetzt das Handtuch werfen?
Jede Art von Werbung muss immer authentisch sein. Sie muss zu der Arztpraxis passen. Wenn Sie der Meinung sind, eine Fanseite bei Facebook ist das richtige für Ihre Praxis, dann sollten Sie diesen Schritt gehen. Wenn Sie Ihre Patienten über bestimmte Neuigkeiten per Twitter informieren wollen, dann sollten Sie auch das tun. Wichtig ist immer die Authentizität.
Einen lesenswerten Artikel hierzu finden Sie in der ZWP online: Social Media für die Praxis – aber wie?
Wenn Ärzte irren
Risiko Fehldiagnose
So lautet das Titelthema des Spiegel vom 14.02.2011.
Fehldiagnosen von Ärzten sind in den letzten Wochen häufiger Thema in den verschiedensten Zeitschriften. Sei es z.B. in der Hörzu oder im Spiegel.
Während der Artikel in der Hörzu mit der Überschrift Ärztefehler: So schützen Sie sich als Patient sehr reisserisch daher kommt und den Patienten als Opfer direkt anspricht, bemüht sich der Spiegel seinen Artikel ein wenig sachlicher zu halten. Bemüht ist das richtige Wort, denn der abweichende Titel der Online-Version "Ärzte-Irrtümer - Amputation nach Fehldiagnose" legt ein anderes Ansinnen nahe.
Dennoch, objektiv sind beide Artikel nicht. Mich lässt das Gefühl nicht los, die Redakteure schrieben mit dem Hintergedanken "Ärzte an den Pranger" oder "Niedergang einer Elite". Alles ist ein wenig zu offensichtlich gegen "die Ärzte" gerichtet, so auch die Verwendung von Wörtern wie "die Pannenärzte" u.ä.
Die Hörzu schreibt sogar von "Ärztepfusch" und gibt Ratschläge, wie Patienten einen guten Arzt finden können. Gar nicht verkehrt, sich diese Tipps auch als Arzt einmal durchzulesen, denn schließlich sind solche Artikel meinungsbildend. Die Hörzu zwar weniger als der Spiegel, aber dennoch: man sollte sich damit auseinandersetzen, was seine Patienten lesen.
Und doch geht es im Grunde um ein wichtiges Thema: Kommunikation.
Der Spiegel prangert an, dass Ärzte ihre Patienten schon nach 30 Sekunden unterbrächen und es so zu Fehldiagnosen käme. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass das Gespräch mit dem Patienten in den meisten Fällen derart mangelhaft verläuft, dass niemanden Fehldiagnosen wundern sollten.
Wie können Sie diesem Notstand abhilfe verschaffen?
Suchen Sie sich Hilfe. Experten im Bereich Kommunikation und Rhetorik, wie z.B. das Sprechforum Sanne veranstalten Seminare, in denen Sie (schau-)spielerisch das Gespräch mit dem Patienten lernen können. Oft hilft es einen dritten auf die Gesprächssituation schauen zu lassen, um Verbesserungen zu erkennen.
Schulungen im Bereich Rhetorik sind auch nützlich, um ein Beschwerdemanagement aufzubauen. Der Umgang mit verärgerten Patienten ist für viele Praxis-Teams noch immer sehr belastend und schwierig. Übungen mit gestellten Situationen und die Entwicklung eines Verhaltenskodex können hier Unterstützung bieten.
Gesundgerechnet
So lautet der Titel einer neuen Sendung "DRadio Hintergrund".
Thematisiert wird hier die Diskrepanz zwischen Wirtschaft und Gesundheit, standardisierten Leistungen und dem Wohle des Patienten. Basis ist der Skandal an drei Berliner DRK Kliniken und den daran angegliederten fünf medizinischen Versorgungszentren.
Durch die immer weitergehende Standardisierung der Prozesse in den Kliniken und nun auch bei den niedergelassenen Ärzten, tritt der wirtschaftliche Faktor stärker in den Vordergrund, die individuelle Behandlung verblasst.
1300 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gibt es mittlerweile in Deutschland.
Ein wesentlicher Vorteil dieser ist die gemeinsame kaufmännische und unternehmerische Verwaltung des gesamten Komplexes. Doch kommt hier der Patient als Mensch zu kurz? Wird er nur noch standardisiert durchgecheckt, wie am Fließband behandelt und nur noch auf wirtschaftliche Aspekte degradiert?
Wenn Wirtschaftlichkeit vor Menschlichkeit steht und Patienten wie Roboter behandelt werden- wer geht da noch gerne zum Arzt?
Link zur Folge: Gesundgerechnet
Ein Arzt für alle Fälle.
Und wieder habe ich etwas Lesenswertes gefunden, dieses mal in der aktuellen Ausgabe der brand eins zum Schwerpunkt "Freiräume" (01/2011).
Ist das der neue Typus Arzt, der hier beschrieben wird?
Es ist in jedem Fall der für ihn richtige Weg, den der Landarzt Dr. Martin Ebeling da gefunden hat. Denn jeder Arzt braucht seinen eigenen Weg um erfolgreich zu sein. Zu dem einen passen besser schicke Marketingkonzepte und moderne, glänzende Arztpraxen, während bei einem anderen der schlichte, gradlinige Weg authentisch wirkt.
Jeder Arzt muss sein eigenes Konzept entwickeln, doch abschauen ist erlaubt.
Der im Artikel beschriebene Landarzt hat es richtig gemacht. Er wirkt authentisch, die Patienten kommen gerne zu ihm, seine Mitarbeiterinnen schätzen ihn und es gibt sogar ein Damenkränzchen, das sich bei ihm einfach so zum Zeitungslesen im Wartezimmer trifft - weil es bei ihm so schön ist.
Dr. Ebeling verschließt sich nicht vor Neuerungen, hat sogar noch ein berufsbegleitendes Masterstudium "Management im Sozial- und Gesundheitswesen" absolviert, und ist bereit Gelerntes und Gelesenes anzuwenden.
Muss jetzt jeder Arzt so sein wie Dr. Ebeling?
Ganz sicher nicht, das wäre ja auch langweilig. Nicht umsonst wird der Arzt / die Ärztin als Markenkern seiner / ihrer Praxis bezeichnet. Und wer würde behaupten er sei einem anderen Arzt so gleich, fast schon geklont, dass er sein Konzept eins zu eins übernehmen könnte? Warum sollten dann die Patienten in die eine Praxis gehen und nicht in die des Klons? Was macht da noch den Unterschied?
Dr. Ebeling hat seinen Freiraum genutzt und erfolgreich ausgebaut. Es war nicht immer leicht und die Optimierung hört auch niemals auf, dennoch ist er schon heute "angekommen". Das ist sein Weg. Jetzt folgt der Ihre.
ZEIT Wissen Ratgeber Kommunikation
Der gläserne Bürger- schon wieder.
Seit Jahren wird vor dem gläsernen Bürger gewarnt. Nun auch wieder im neuen Ratgeber ZEIT Wissen zum Thema Kommunikation. Die ungehemmte Datensammelwut vieler Unternehmen mach häufig Schlagzeilen, ebenso wie es immer wieder zu staatlichen Übergriffen kommt (s. Vorratsdatenspeicherung und Steuer-ID).
Aber damit erschöpft sich der Inhalt dieser Zeitschrift noch lange nicht. Es kommen alle Seiten zu Wort, Kritiker genauso wie Befürworter und es werden auch alle Seiten der Kommunikation beleuchtet. Die private ebenso wie die berufliche.
Dennoch ist die Erwähnung des gläsernen Menschen unvermeidlich. "Daten in Gefahr" titelt ein Artikel, der Untertitel lautet "Google weiss, was du willst". Man könnte meinen, es erwarte einen die ewig gleiche Leier zum Thema "Google ist böse". Aber weit gefehlt.
Der Ratgeber versteht sich auch als solcher und bietet einen umfassenden Überblick über die gegenwärte Kommunikationssituation. Zukunftsvisionen werden gesponnen, historische Bezüge hergestellt. Alle Beiträge sind visuell ansprechend aufbereitet und bieten ebenso Infos in Kürze, wie einen tieferen Einblick. Es gibt Tipps, eine Liste mit häufig gestellten Fragen und übersichtliche Schaubilder zu den Bereichen "Leben", "Arbeiten" und "Aufpassen".
Besonders die letzte Rubrik freut mich am meisten, da sie alles noch einmal kritisch beleuchtet und für jeden Wissensstand gute Tipps auflistet. Neben Tipps zur Selbstverteidigung werden Fragen beantwortet wie "Wie mache ich mir gute Passwörter?", "Wie kann ich im Netz einigermaßen anonym bleiben?" und "Wie verwische ich auf dem Rechner meine Onlinespuren?". Das ist so praxisnah, dass es für jeden Leser von Nutzen sein kann.
Was hat das jetzt alles mit dem Thema Praxismarketing zu tun? Nun, wie mein ehemaliger Chef immer zu sagen pflegte "Kommunikation ist alles." und nicht anders ist es auch im Bereich Praxismarketing. Zu wissen, wie die Kommunikation gegenwärtig funktioniert, hilft Patienten besser zu verstehen und natürlich vor allem besser mit ihnen zu kommunizieren.
Ein Blick über den Tellerrand an geeigneter Stelle und schon weiß man, wie man seine Patienten am besten erreichen kann. Und natürlich ist der Inhalt dieses Ratgebers für jeden persönlich genauso interessant wie beruflich, denn wie war das nochmal? Kommunikation ist alles.
ZEIT Wissen Ratgeber "Kommunikation": Unbedingt lesen!
Der digitale Patient
Seit einigen Tagen denke ich nun schon intensiver über das Thema "Datensicherheit" in der Arztpraxis nach und da kam die Folge der Sendung "Wissenschaft im Brennpunkt" vom Deutschlandfunk gerade richtig. Zwar ist die Folge schon etwas älter (vom 14.11. nämlich), sie hat aber dennoch nichts an Aktualität verloren.
80% der deutschen Arztpraxen haben heutzutage einen Internetanschluss.
100% der deutschen Arztpraxen gehen täglich mit sensiblen Patientendaten um, bearbeiten sie in den meisten Fällen elektronisch.
Ich wage zu bezweifeln, dass auch nur 10% der Arztpraxen mit Internetanschluss ihre Rechner so geschützt haben, dass ihre Daten sicher sind.
Ein heikles Thema? Ein leichtfertiger Umgang mit Patientendaten erhöht sicherlich nicht das Vertrauen der Patienten in den Arzt. Im Gegenteil. Eine Arztpraxis, die bewusst mit dem Thema Datensicherheit umgeht und dies auch ihren Patienten kommuniziert wird klar im Vorteil sein.
Datensicherheit ist ein Bereich mit dem Arztpraxen in Zukunft punkten können. Ganz allein dadurch, dass sie kommunizieren, dass Datensicherheit für sie selbstverständlich ist und darlegen wie sie sich darum kümmern.
Die Sendung vom Deutschlandfunk stellt sehr schön die verschiedenen Facetten der Datensicherheit in der Arztpraxis dar. Unbedingt hörenswert.
Die Folge endet mit dem Hinweis darauf, dass die Kommunikation zwischen Ärzten zur Zeit in den meisten Fällen völlig ungeschützt per Fax passiert. Wer mag ziehe seine Schlüsse daraus.
Link zur Folge: "Der digitale Patient"
Erfolgsfaktoren in der zahnärztlichen Praxis
Innovatives Praxismarketing in der Zahnmedizin mit Patienten- & Zuweiserforschung
Gerhard F. Riegl hat mit seinem Buch "Erfolgsfaktoren in der zahnärztlichen Praxis" ein durch und durch zukunftsweisendes Werk geschaffen. Er spricht mir aus der Seele.
Das Buch besteht zur Hälfte aus Studienmaterial, den Daten und Tabellen der Patienten- und Zuweiserforschung, auf die sich die andere Hälfte beruft. Es ist sehr gut geschrieben, langweilt keineswegs durch Fachtermini und ist sehr schön illustriert und aufbereitet.
Alle Aussagen sind durch entsprechende Studien belegt und sollten auch den stärksten Zweifler überzeugen.
Dieses Buch ist eine Fundgrube für Praxismarketing-Weisheiten und bietet jedem Zahnarzt eine Chance seine Situation zu verbessern. Ich kann es nicht verhehlen: ich bin begeistert von diesem Buch!
Leider ist es etwas zu sperrig und schwer, um es ständig mit mir herum zu tragen, wäre es das nicht- ich hätte es immer dabei.
Auch wenn ich nicht immer einer Meinung mit den Tipps bin (Ein twitternder Zahnarzt kann schnell aufgesetzt wirken und das ist schließlich das Gegenteil von dem, was von einem Zahnarzt verlangt wird, nämlich Authentizität), kann ich dieses Buch wirklich nur wärmstens empfehlen.
Jedem Zahnarzt und auch jedem anderen, der mit Praxismarketing zu tun hat, wird dieses Buch ein Mehrwert sein.
Erhältlich ist das Buch nur beim Verlag, man kann es aber auch über den Buchhandel dort bestellen.